Flightradar – MLAT bei Radarbox + Reichweite

Im Software-Artikel habe ich vergessen, MLAT bei Radarbox24 zu aktivieren. Das geht mit:

sudo apt-get update
sudo apt-get install mlat-client -y
sudo reboot

Leider gab die zweite Zeile bei mir eine Fehlermeldung. Die Lösung: den Client selbst zu kompilieren. Das habe ich noch nie gemacht, aber ich habe eine Anleitung dazu gefunden:

## Installed required packages (dependencies and build tools)
sudo apt update -y
sudo apt-get install -y git curl build-essential debhelper python-dev python3-dev

## Downloaded source code
cd /home/pi/
git clone https://github.com/mutability/mlat-client.git

## Built mlat-client's installation package
cd /home/pi/mlat-client
sudo dpkg-buildpackage -b -uc

## Above command took some time to build package
## After the package was built, installed it by following command
cd /home/pi/
sudo dpkg -i mlat-client_*.deb

Damit funktionierte es dann.

Mit der normalen Zimmerantenne des DVB-T-Sticks habe ich bis zu 57 NM Reichweite. Die Antenne ist innen am Fenster angebracht.

Zur Zeit warte ich auf einen USB Multimeter um den Stromverbrauch des Pi Zero zu messen. Damit kann ich dann die Akku- und Solargröße berechnen.

Zur Reichweite habe ich zusätzlich vor, selbstgebastelte Antennen auszuprobieren. Aber das ist eher ein langfristiges Projekt.

Flightradar – Software

Für das Tracken der ADS-B-Daten gibt es diverse Seiten und Anbieter. Jeder hat seine eigene Software dafür. Die einzelnen Anbieter habe ich schon im ersten Artikel aufgelistet:

Jetzt müssen sie alle unter einen Hut gebracht werden. Ich hatte schon ein mal versucht, alle auf einem Raspberry zum Laufen zu bringen und es war einiges an Fummelarbeit. Dieses mal soll es einfacher sein.

Nach einiger Recherche habe ich mich entschlossen, folgende Version zu probieren:

  1. Installation von Piaware – dies enthält das Raspbian Lite OS, dump1090-fa und den Piaware Feeder
  2. Einrichten des WLAN am Pi bevor er startet, damit er kein Display braucht und per SSH erreichbar ist.
  3. Feeder-Installation von Flightradar24
  4. Feeder-Installation von Radarbox24

Im folgenden nun die einzelnen Schritte mit genauer Anleitung – und vielleicht Problemen – wie ich sie durchgeführt habe.

Installation von Piaware

Zuerst lade ich mir von Flightaware das aktuelle Piaware-Image (Stand hier 3.8.0) herunter. Um es auf die Speicherkarte für den Raspberry zu bekommen, benötige ich einen SD-Card-Writer wie z.B. von etcher.io. Diesen gibt es für Windows, Mac und Linux.

Als nächstes öffne ich die Datei piaware-config.txt auf der Speicherkarte mit einem Texteditor. Diese sieht in etwa so aus:

#
# This file configures the Piaware sdcard image
# configuration. Whenever the system boots, this
# file is read and its contents are used to
# configure the system.
#
# Lines beginning with a '#' are comment lines
# and are ignored. Blank lines are also ignored.
# All other lines specify configuration settings.
#

#
# WIRED NETWORK CONFIGURATION
#
# Should piaware use the wired ethernet port
# for network access?
wired-network yes

# Wired network configuration:
# Most networks will use DHCP
wired-type dhcp

# Alternatively, a static address configuration
# can be provided; set "wired-type" to static to use this.
wired-address 192.168.1.10
wired-netmask 255.255.255.0
wired-broadcast 192.168.1.255
wired-gateway 192.168.1.254
wired-nameservers 8.8.8.8 8.8.4.4

#
# WIRELESS NETWORK CONFIGURATION
#

# Should piaware use a wifi adaptor
# for network access? You will need to attach
# a supported USB wifi adaptor for this to work.

# change this to "yes" to enable wifi
wireless-network yes

# Wifi SSID and password.
# This should be changed to match your wireless
# network SSID and, for networks that require
# a passphrase, the passphrase.
wireless-ssid MyWifiNetwork <-----replace MyWifiNetwork with the name of your WiFi (aka the SSID of your local network)
wireless-password s3cr3t <-----replace s3cr3t with the password to your WiFi

# Wifi network configuration:
# Most networks will use DHCP
wireless-type dhcp

# Alternatively, a static address configuration
# can be provided; set "wireless-type" to static to use this.
wireless-address 192.168.1.10
wireless-netmask 255.255.255.0
wireless-broadcast 192.168.1.255
wireless-gateway 192.168.1.254
wireless-nameservers 8.8.8.8 8.8.4.4

Dort befindet sich der rot markierte Bereich, den es zu überarbeiten gilt. Es muss der Name und das Passwort des WLANs eingetragen werden. Ich hatte hier das Problem, dass der Pi Zero W nicht mit einem 5 GHz WLAN funktioniert. Doch das war schnell gelöst und ich habe die SSID des 2,4 GHz WLAN angegeben.

Jetzt muss ich noch SSH aktivieren, damit ich auf den Pi zugreifen kann. Dazu lege ich im Ordner /boot eine Textdatei an und nenne sie „ssh“ ohne Dateiendung.

Danach speichern und die SD-Karte auswerfen.

Starten des Raspberry Pi

Die SD-Karte kommt nun in den Pi. Auch der DVB-T-Stick mit Antenne kommt ran. Jetzt noch Strom drauf und Raspbian sollte booten. Das kann gerne mal fünf Minuten dauern.

Um auf den Pi zuzugreifen, z.B. um zu testen, dass er läuft und im Netz ist, muss ich die IP-Adresse herausfinden. Manche können einfach in der Konfiguration des WLAN-Routers nachsehen. So mache ich das. Bei meiner Fritzbox sieht das dann so aus:

Da ich MacOS benutze brauche ich keinen Extra-Client, wie z.B. Putty unter Windows. Ich öffne einfach das Terminal und gebe ein:

ssh pi@192.168.11.25 <- durch die IP des Pi ersetzen

Das Passwort sollte in der Standardinstallation „flightaware“ sein. Für diesen Anwendungszweck muss es nicht zwingend geändert werden. Es ist aber auch einfach änderbar. Auf der Kommandozeile

passwd

eingeben, dann das alte und ein neues vergeben und fertig.

Mit

piaware-status

kann ich jetzt testen, ob mein Feeder arbeitet. Das sollte dann so aussehen:

Dabei sollte aber bei „piaware is connected to FlightAware“ ein Fehler auftauchen. Das ist er nämlich noch nicht. Dazu muss eine Website von Flightaware aufgerufen werden und der Feeder muss für sich beansprucht werden.

Am einfachsten ist es über den Befehl

ifconfig

die eigene IP herauszufinden und im Browser einzugeben. Das sieht dann so aus:

Wo hier der Link zu den Statistiken ist, kann der Pi mit dem FlightAware-Account verbunden werden. Habt Ihr das gemacht, erhaltet Ihr automatisch bei FlightAware den Enterprise-User-Status.

Und über den „Go to 1090 SkyAware Map“-Button kommt Ihr auf eine Karte vom WebServer des Pi. Viele Flugzeuge zeigt der gerade wegen Corona hier aber nicht an.

Damit wäre der erste Teil fertig.

Feeder-Installation zu Flightradar24

Jetzt sollen die Daten auch noch an FlightRadar24. Dazu installieren wir den FR24-Feeder über das Terminal mit

sudo bash -c "$(wget -O - https://repo-feed.flightradar24.com/install_fr24_rpi.sh)"

Dabei erhielt ich eine Fehlermeldung:

E: dpkg was interrupted, you must manually run 'sudo dpkg --configure -a' to correct the problem. 

Das tat ich auch, und es dauerte eine Weile. Dann noch mal den Befehl zur Installation des Feeders und es geht weiter. Nach der Installation geht es automatisch weiter mit der Konfiguration:

  1. E-Mail-Adresse
  2. Dann Euer Sharing-Key, wenn Ihr schon einen habt. Ansonsten frei lassen.
  3. MLAT – Ja, oder Nein. Ich nehme immer Ja.
  4. Koordinaten der Antenne, erst der Breitengrad. Den findet Ihr z.B. wenn Ihr auf Google Maps an Eurer Position mit rechts klickt und „Was ist hier“ auswählt.
  5. Dann der Längengrad.
  6. Die Höhe Eurer Antenne in Fuß über Meeresspiegel. Sowas findet man z.B. hier heraus. Die Höhenangabe dort noch *3,28084.
  7. Der FR24-Feeder erkennt die dump1090-Installation von PiAware und fragt, ob es sie nutzen soll: unbedingt YES
  8. Logfile-Einstellung, kann jeder selbst entscheiden.

Dann muss der FR24-Feeder mit

sudo systemctl restart fr24feed

neu gestartet werden.

Mit

fr24feed-status

kann überprüft werden, ob alles läuft. Bei mir natürlich nicht. Ich erhielt einen Fehler:

[FAIL] FR24 Link: connecting ... failed!

Ohne etwas zu ändern lief es dann plötzlich. Auf https://www.flightradar24.com/account/data-sharing kann das überprüft werden.

Feeder-Installation zu Radarbox24

Jetzt muss noch der Radarbox-Feeder installiert werden:

sudo bash -c "$(wget -O - http://apt.rb24.com/inst_rbfeeder.sh)"

Bei der Frage

Do you wish to install dump978-rb program?

habe ich NO genommen.

Dann

sudo systemctl restart rbfeeder

um den Feeder neu zu starten und mit

sudo rbfeeder --showkey

den Sharing Key anzeigen lassen.

Der Sharing Key muss dann bei Radarbox unter https://www.radarbox.com/raspberry-pi/claim eingegeben werden. Dann fragt Radarbox ebenfalls den Standort und die Höhe ab. Fertig.

Damit läuft dann schon mal die Software. Als nächstes muss der Pi von einer Batterie laufen und diese mit Solarstrom versorgt werden.

Flightradar – Das erste Problem

Gerne hätte ich schon von der Softwareinstallation berichtet. Der Artikel ist auch in Arbeit, aber es ist ein kleines Stecker-Problem dazwischen gekommen.

Da der Pi Zero nur zwei Micro-USB-Stecker hat und diese recht eng zusammen sind, habe ich das Problem, dass mein Adapter von Micro-USB auf USB-A zu breit ist. Der Adapter ist nötig, damit der DVB-T-Empfänger mit seinem normalen USB-A an Micro-USB passt.

Damit passt das Kabel mit der Stromversorgung nicht mehr. Also heisst es nun warten. Ein Adapterkabel ist bestellt. Damit passt es dann auch mit den Abständen.

Wenn der dann da ist, kann ich auch von der Softwareinstallation berichten.

Flightradar autonom – Die Idee

Vor einiger Zeit setzten wir einen PiHole mit einem Raspberry Pi 3 auf. Wie das funktioniert und was es macht, soll ein anderes Mal erklärt werden. Praktisch nebenbei probierte ich, mit einem DVB-T-Stick noch einen ADS-B Empfänger zu bauen. Beides auf einem Pi funktionierte bestens und mit weniger Performanceeinschränkungen als gedacht. In der Wohnung kann ich den nur mit einer Zimmerantenne betreiben, was immerhin eine Reichweite von etwa 80 NM (circa 150 km) ergibt.

Dabei wurde die Idee geboren, das Ganze doch autonom auf der Dachterrasse zu platzieren. Der Pi soll mit Solarstrom und einer besseren Antenne wetterfest untergebracht werden. Da ein Pi 3 oder ähnliches mehr als genug Leistung dafür hat, soll ein Pi Zero verwendet werden. Soweit die Theorie.

Was dafür schon im Haus vorhanden ist:

Was noch benötigt wird:

  • Powerbank zur Zwischenspeicherung von Strom
  • Solarzelle
  • ADS-B-Antenne
  • Wasserdichtes Gehäuse

Die Herausforderung wird sein, möglichst wenig Strom zu verbrauchen und genug zu generieren.

Der erste Schritt

Als erstes wird der Pi Zero mit Software versorgt. Dazu muss er nicht autonom sein und er wird erst einmal am Micro-USB-Kabel mit Netzteil oder am USB-Port betrieben.

Die Voraussetzung ist, dass er mehrere Dienste beliefert. Wir hätten die Daten gerne bei

Der große Vorteil ist, bei allen Diensten erhält man als Datenlieferant kostenlose Business-Accounts, die deutlich mehr Daten zurückliefern, als die üblichen Gratis-Accounts.

Zusätzlich soll der Pi ein Webinterface zur Verfügung stellen, welches im lokalen Netz eine Karte mit den Flugbewegungen anzeigt.

Die Kommunikation erfolgt über WLAN, da er ja auf der Terrasse stehen soll. Das braucht zwar etwas Strom, es muss aber kein Netzwerkkabel verlegt und kein Loch durch die Wand gebohrt werden.

Der zweite Schritt

Funktioniert die Software zur Zufriedenheit, wird die Reichweite mit einer besseren Antenne erhöht. Ich hätte da gerne etwas ab 200+ NM. Der Top-Wert in Deutschland laut Radarbox24 heute war 414 NM.

Danach muss ich sehen, wie viel Strom das Ganze verbraucht. Die Powerbank, welche zur Zwischenspeicherung dient, sollte den Verbrauch über Nacht decken und tagsüber laden. Ideal wäre eine Versorgung über mehrere Tage. Passt das nicht, muss eben eine richtige Batterie dran. Gespannt bin ich hier auch auf die Leistung bei verschiedenen Temperaturen.

Am Ende soll ein sich selbst mit Strom versorgender ADS-B-Empfänger auf der Dachterrasse stehen, der Sommer wie Winter läuft.